Welche Form der Altersvorsorge ist die Richtige – Teil 2

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Welche Form der Altersvorsorge ist die Richtige

Welche Form der Altersvorsorge ist die Richtige – Teil 2

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Eine Entscheidungshilfe in zwei Teilen


In Teil 1 unserer Entscheidungshilfe haben wir geschildert:

  • Wie ist die Situation der Rentner von heute ?
  • Was hat es mit der Altersarmut auf sich ?
  • Was ist Grundsicherung im Alter und wie hoch ist diese ?
  • Welche Renten werden durchschnittlich in Deutschland gezahlt und reichen sie aus ?

Das Angebot an Produkten zur Altersvorsorge ist groß. Jedem zweiten Rentner in Deutschland droht die Altersarmut in den kommenden Jahren. Das belegen aktuelle Studien, Berichte in Printmedien und TV.

Produktvielfalt verwirrt Berater und Kunden

Selbst Finanzberater und Versicherungsmakler sind aufgrund der unzähligen Varianten häufig überfordert. Der Durchschnittsbürger ist kaum in der Lage zu bestimmen, welche Form der Altersvorsorge für ihn persönlich die Richtige ist ? Immerhin geht es um nichts weniger, als um den Erhalt des Lebensstandards ab Rentenbeginn.

Unsere Entscheidungshilfe stellt – mit einfachen und nachvollziehbaren Erläuterungen – gängige Produkte gegenüber. Produkteigenheiten sowie Vor- und Nachteile dieser Produkte sollen zeigen, welche Form der Altersvorsorge besser als eine andere sein könnte.

Bewertungskriterien

Um eine aussagefähige Gegenüberstellung der Produktangebote zu gewährleisten, werden wir verschiedene Kriterien für die Bewertung der Produkte berücksichtigen:

  • lebenslange Rente oder Kapitalauszahlung
  • realistische Renditeerwartung
  • steuerliche Förderung der Sparraten
  • Besteuerung ab Rentenbeginn
  • Flexibilität der Sparraten (Erhöhungen/Reduzierungen/Pause)
  • Vertragskündigung vor Rentenbeginn
  • Vererbungsmöglichkeiten

Welche Produkte zur Altersvorsorge werden untersucht ?

Ohne bestimmte Reihenfolge zählen wir zunächst häufig zu findende Produkte auf, die zur Altersvorsorge immer wieder empfohlen werden:

  • Kapitallebensversicherungen
  • klassische Rentenversicherungen
  • fondsgebundene Rentenversicherungen
  • Investmentfonds
  • Gold (oder ähnliche Edelmetalle)
  • Immobilien (selbstgenutzt/vermietet)
  • sofortbeginnende Rentenversicherungen

Welche Form der Altersvorsorge ist die Richtige

Erläuterungen zu Matrix

Um unsere Entscheidungshilfe verständlich zu machen, erkären wir die Bewertung anhand zweier Beispielprodukte innerhalb beliebiger „Schichten“.

  • Produkt 1: Fondsgebundene Rentenversicherung (Produkt aus Schicht 3)

Die Matrix macht deutlich, dass eine fondsgebundene Rentenversicherung als Vertrag in der Schicht 3 ein gut geeignetes Produkt zur privaten Altersvorsorge ist und 5,5 von 7 Punkten erreicht.

  • Produkt 2: Klassische Rentenversicherung (Produkt aus Schicht 1, 2 oder 3)

In der Matrix ist erkennbar, dass die klassische Rentenversicherung mit 2 von 7 Punkten als Produkt der Schicht 3 gänzlich ungeeignet für die private Altersvorsorge ist. Ein solches Produkt der Schicht 1 oder 2 ist immerhin mäßig geeignet.

Produktkategorien zur Altersvorsorge – Rente oder Kapital

Ziel einer Altersvorsorge soll sein, durch regelmäßige Zahlungen (Renten) ein Alterseinkommen für den Ruhestand zu erhalten. Nur die regelmäßigen, im Voraus planbaren Rentenzahlungen erfüllen den eigentlichen Zweck. Einmalige oder unregelmäßige Zahlungen von größeren Summen, erschweren die zukünftige Planung von Einnahmen und den Ausgaben des täglichen Lebens.

Dahingehend können die o.g. gängigen Produkte für die Altersvorsorge in zwei Hauptkategorien unterteilt werden:

1. Produkte mit Rentenzahlungen

Hierzu gehören:

  • klassische Rentenversicherungen,
  • fondsgebundene Rentenversicherungen
  • sofortbeginnende Rentenversicherungen
  • vermietete Immobilien (Kaltmiete wirkt wie eine Rentenzahlung)
  • selbstgenutzte Immobilie (ersparte Mietzahlung wirkt als Rentenersatz)

Renten sind planbare Alterseinkommen

Oben genannte Produkte erfüllen den Wunsch nach einem schon heute gut planbaren Alterseinkommen in Form einer regelmäßigen Rentenzahlung. Bei geeigneten und qualitativ hochwertigen Produkten dieser Kategorie sind alle positiven und negativen Wirkungen bekannt.

Produktkosten sind auch für Verbraucher zumindest näherungsweise nachvollziehbar. Die regelmäßigen Sparbeträge können gut bemessen und angepasst werden. Durchschnittliche Ertragsmöglichkeiten sind bekannt und somit ebenfalls berechenbar. Bei Rentenverträgen können individuelle Wünsche nach Hinterbliebenenversorgung und Kapitalsicherheiten optional berücksichtigt werden.

Für eine systematische Ruhestandsplanung liegen also ausreichend verlässliche Werte vor, um sein gewünschtes Alterseinkommen zu planen.

2. Produkte mit Einmalzahlungen

Hierzu gehören:

  • Kapitallebensversicherungen
  • Investmentfonds
  • Gold (o.ä.)

Einmalbeträge sind nur bedingt planbares Alterseinkommen

Produkte, die keine regelmäßigen Renten gewährleisten, machen die Ruhestandsplanung für die Zukunft schwieriger. Steht zu einem bestimmten Termin eine Kapitalzahlung an, muss betrachtet werden, wann das Kapital zur Altersvorsorge benötigt wird. Die Gefahr besteht, dass das später ausgezahlte Kapital für andere Dinge als für den Ruhestand zweckentfremdet wird. Schnell wird das Kapital verwendet, um noch eine Restschuld zu begleichen oder ein neues Auto anzuschaffen oder die lang ersehnte Weltreise doch noch anzutreten.

Selbst wenn der Plan der Altersvorsorge weiterhin verfolgt wird, muss bis zum tatsächlichen Rentenbeginn das Kapital wieder investiert werden. Das kann ein Vorteil aber auch ein Nachteil sein. Positiv wäre z.B. der Einsatz des Kapitals in eine sofort beginnende Rente, wenn der Ruhestand bereits angetreten ist oder unmittelbar bevor steht. Auch bei einer noch längeren Zeit (10 Jahre und mehr) bis zum geplanten Ruhestand eignen sich Reinvestitionen in moderne Rentenversicherungen gegen Einmalbeiträge.

Produkteigenschaften und Unterschiede der einzelnen Produkte

Schauen wir uns Produktdetails im Hinblick auf ihre Eignung zur Altersvorsorge genauer an. Wir beschränken uns absichtlich auf wenige substanzielle Details, da dieser Beitrag nur eine Entscheidungshilfe sein soll, um herauszufinden, welche Form der Altersvorsorge für die individuelle Ruhestandsplanung geeignet ist und welche nicht.

  • Kapitallebensversicherung – höchst ungeeignet

Kapitallebensversicherungen sind als Produkt zur Altersvorsorge weit verbreitet. Es sollte inzwischen bekannt sein, dass dieses Produkt den Todesfall absichert und einen Sparanteil besitzt. Diese Mischform macht das Produkt wenig renditestark, da nur der Sparanteil (nach Kosten) Rendite erwirtschaften kann. Da Lebensversicherer bekanntlich überwiegend in vermeintlich sichere Anlagen investiert und diese nur geringe Renditen ermöglichen, ist dieses Produkt keinesfalls zu Altersvorsorge geeignet. Detaillierte Einzelheiten und Hintergründe zu Kapitallebensversicherungen haben wir auf Finanzblog schon mehrfach erläutert.

  • Klassische Rentenversicherung – Mit Sicherheit wenig Rendite

Klassische Rentenversicherungen stellen eine lebenslange Rentenzahlung sicher und sind damit planbar und grundsätzlich für eine Altersvorsorge geeigent. Allerdings kennzeichnet der Begriff „klassisch“ die Kapitalanlage und somit direkt die Renditeaussichten. Wie in der Kapitallebensversicherung wird das Sparkapital der Vertragsinhaber – nach Abzug der Policen- und Risikokosten – im Deckungsstock des Versicherers investiert. Dort erwirtschaftet das Deckungskapital nur Renditen, welche sichere Anlagen abwerfen. Da deutsche Versicherer im langjährigen Durchschnitt deutlich weniger als 10% in renditestarke Aktien investieren, schrumpfen mit dem Marktzins auch die Renditen der „sicheren“ Papiere im Deckungsstock. Aktuell erreichen die Überschüsse aus dem Deckungsstock gerade noch durchschnittliche Werte von ca. 3%. Die Rendite auf den gezahlten Bruttobeitrag über die gesamte Laufzeit bewegt sich gefährlich nahe der Null-Linie. Wenn auch eine Rente in garantierter Höhe – wesentlich mehr sollte aus genannten Gründen nicht erwartet werden – die Ruhestandsplanung mit verlässlichen Werten ausstattet, können sich die wenigsten eine solch geringe Rendite für ihren Kapitaleinsatz leisten. Rendite ist ein notwendiger Faktor, um mit einem bestimmten Sparbetrag eine möglichst hohe Rente zu erzielen.

  • Fondsgebundene Rentenversicherung – Pflichtbaustein zur Altersvorsorge

Die Fondspolicen als Rentenvertrag gewinnen in Deutschland langsam an Fahrt. Obwohl seit ungefähr 1970 in Deutschland angeboten, wurden sie in der Vergangenheit von Vorsorgesparern stiefmütterlich behandelt. Auch Vermittlern war diese Produktvariante bisher zu heikel, zu erklärungsbedüftig und oft auch zu fremd. Aus Unkenntniss über Börsenanlagen und und den Vorteilen von Investmentfonds standen meist nur die Risiken (in Form von schwankenden Kursen) und die Kosten bei der Betrachtung von Fondspolicen im Vordergrund. Ich selbst biete fast ausschließlich Fondspolicen zur Altersvorsorge an, wenn es um lebenslange Rentengarantien in Verbindung mit notwendigen Renditechancen geht.

In unserem Beitrag „Kosten in Fondspolicen“ haben wir das Kostenthema einmal ausführlich erläutert und versucht, mit Vorurteilen und Falschinformationen zu Kosten im Allgeimeinen und zu Kosten in Fondspolicen im Speziellen aufzuräumen. Dort sind auch Argumente genannt, die eine Fondspolice quasi zum Pflichtbaustein für eine gute Altersvorsorge machen.

Sie wünschen eine detaillierte und aussagekräftige eigenen Ruhestandsplanung ? Nehmen Sie Kontakt mit uns auf. Wir führen auch Online-Beratungen durch.

  • Sofortbeginnende Rentenversicherung – sinnvoller Einsatz von Kapital

Der Vorteil sofortbeginnender Rentenverträge liegt auf der Hand. Die qualvolle und wenig befriedigende Suche nach der optimalen Kapitalanlage für Beträge aus Spar- oder Versicherugsverträgen entfällt. Ist ein geeignetes hochwertiges Produkt gefunden, kann der Lebensabend mit einer verlässlichen, lebenslangen Rentenzahlung geplant werden. Da es hier bereits um die „Früchte“ der Investition – in Form einer Rente – geht, ist es nicht mehr vordergründig wichtig, ob die Anlage im Deckungsstock des Versicherers liegt oder in Investmentfonds innerhalb der Rentenpolice.

  • Investmentfonds – Flexibilität mit Renditechancen

Weil der Sparvorgang mit Investmentfonds direkt am Kapitalmarkt stattfindet, ist diese Form der Altersvorsorge sehr geeignet. Da zwei der persönlichen Stellschrauben (Sparrate und Sparzeit) nur begrenzt variabel sind, ist die 3. Stellschraube (Rendite) für ein zufriedenstellendes Rentenergebnis von maximaler Bedeutung.

Ein Fondsdepot zur Altervorsorge sollte jedoch gut geplant und ständig überwacht werden. Direkte Investments in Fonds (im Gegensatz zu Fonds in fondsgebundenen Rentenversicherungen) unterliegen der Kapitalertragsteuer und überlicherweise fallen Ausgabeausschläge mit jedem Kauf und Tausch an. Auch Umschichtungen können hin und wieder aufgrund von diversen Marktereignissen erforderlich werden. Das Fondsdepot sollte daher von einem vertrauten Fondsspezialisten betreut werden.

Für die Ruhestandsplanung sind Fondsdepots zu empfehlen. Die Entnahme des Kapitals kann zeitlich perfekt auf den Beginn des Ruhestandes abgestimmt werden. Das Kapital kann dabei als Einmalbeitrag für eine sofort beginnende Rente genutzt werden oder aber verbleibt im Fondsdepot und es wird ein Auszahlplan mit monatlicher Entnahme installiert. Dabei ist auch die Entnahmehöhe – also die Höhe der Rentenzahlung aus dem Depot – frei und variabel zu gestalten.

Ob fondsgebundene Rentenversicherungen oder ein direktes Investment via Fondsdepot die bessere Alternative ist, ist von individuellen Vorgaben abhängig. Grundsätzlich sollten – wenn möglich beide Varianten zur Altersvorsorge eingesetzt werden. Lesen Sie dazu unseren Artikel „Fondspolice oder Fondssparplan?

  • Gold – Mythos mit wenig Planungssicherheit

In Diskussionen zur Frage „Welche Altersvorsorge ist die Richtige ?“ wird häufig Gold angesprochen. Betrachten wir Gold unter dem Gesichtspunkt einer Kapitalanlage zur Altersvorsorge, können wir Legenden und Mythen unbeachtet lassen. Gold findet als „Krisenwährung“ seine Berechtigung; die Menschheitsgeschichte liefert dafür einige Beispiele. Wer in Krisenzeiten Gold besaß, war unabhängig von Auf- oder Abwertungen der gültigen Zahlungsmittel. Als Tauschwährung wird Gold sicher immer angenommen werden.

  • Nachteile von Gold als Krisenwährung
    • Gold erzielt keine Erträge (Zinsen, Dividenden).
    • Gold ist unhandlich und schwer.
    • Goldlagerung ist kompliziert (teuer, riskant, aufwändig).
    • Nur kleine Stückelungen (Münzen oder kleine Barren bis 100g) sind als Tauschwährung nützlich.
    • Der Staat kann – in Krisenzeiten – Goldbesitz verbieten oder einschränken.

Gold als Kapitalanlage – bedingt zu empfehlen

Chart+Goldpreis+1976 - 2016+692x517+FRF+01-08-16

Als Kapitalanlage ist Gold bedingt zu empfehlen. Anleger können Gold als Kapitalanlage in einer Größenordnung von 5-10% beimischen, sofern bereits anderen Kapitalanlagen vorhanden sind. Bei größeren Vermögen (> € 100.000) kann der Anteil auch bis 15% betragen. Dabei sollte jedoch nicht vergessen werden, dass Gold starken Preisschwankungen unterworfen werden kann.

Lesen Sie dazu unseren Artikel: „Gold als Kapitalanlage“

Gold als Altersvorsorge – nicht zu empfehlen

Wegen der o.g. Nachteile und der fehlenden Planbarkeit für den Ruhestand, werten wir Gold für die Altersvorsorge jedoch als nicht geeignet.

  • Immobilien – Sicherheit mit geringer Rendite

Ein Eigenheim erscheint vielen Menschen als beste Form der Altersvorsorge. Immerhin muss im Rentenalter keine Miete bezahlt werden, wenn die eigenen 4 Wände abbezahlt sind. Diese ersparte Miete ist also ein Ersatz für Renteneinkommen.

Es muss jedoch beachtet werden, dass auch bei schuldenfreien Immobilien laufende Kosten anfallen (z.B. Grundsteuern, Instandhaltungskosten, Rücklagen für Reparaturen etc.). Rücklagen für diese Kosten reduzieren die Höhe des verfügbaren Rentenersatzes.

Bei vermieteten Immobilien gilt gleiches. Hier ist der regelmäßige Kapitalbedarf während der Finanzierungszeit und auch nach Finanzierungsende aufgrund von Kosten für Verwaltung und anderen nicht umlagefähigen Kosten noch höher. Auch das Risiko von Mietausfällen aufgrund von Leerständen nach Mieterwechsel oder Mietnomaden muss kalkuliert werden.

Da Zinsbelastungen und Abschreibungen durch steuerliche Absetzung die Finanzierungskosten für vermietete Immobilien reduzieren, ist hier die Rendite auf das eingesetzte Kapital höher, als beim Eigenheim.

Bei durchdachter Auswahl der Immobilie ist diese Anlageform eine relativ sichere. Wohnraum wird immer benötigt. Mieten passen sich langfristig dem durchschnittlichen Einkommen und der Inflation an. Hohe Renditen lassen sich im Normalfall allerdings mit Immobilen dieser Art nicht erwirtschaften.

Welche Form der Altersvorsorge ist die RichtigeWelche Fehler in Planung und Auswahl einer privaten Altersvorsorge zu vermeiden sind und wie eine professionelle Ruhestandsplanung aussehen sollte, erfahren Sie in unserem beliebten Ebook „Wegweiser Altersvorsorge“.

Mit der Eintragung in unseren Newsletter haben Sie zudem Zugriff auf unseren internen Downloadbereich mit wertvollen Ebooks, Ratgebern, Checklisten und wertvollen Informationen.

Fazit

Mit unserer Entscheidungshilfe kann nun deutlich einfacher festgestellt werden, welche Form der Altersvorsorge für den Verbraucher die bessere Wahl wäre. Das eine, beste Produkt zu Altersvorsorge gibt es nicht. Das Produkt muss zur individuellen Situation des zukünftigen Ruheständlers passen. Es muss seine Vorgaben und Wünsche erfüllen und seine Lebensplanung berücksichtigen.

Für die Altersvorsorge sollten nach Möglichkeit mehrere Produkte aus unterschiedlichen Schichten und unterschiedlichen Kategorien genutzt werden. Damit werden einseitige Risiken vermieden. Weiterhin gleichen Vorteile bestimmter Produkte, die Nachteile anderer guter Produkte aus.

Selbst die schlechteste Form der Altersvorsorge erscheint besser, als gar keine. Auch unter dem Gesichtspunkt, dass jedes Einkommen im Rentenalter auf eine Grundsicherung angerechnet wird, ändert nichts an der Erkenntnis. Es gibt immerhin viele Menschen, die mit Stolz darauf hinweisen, dass Sie Grundsicherung nur beziehen, wenn die eigenen Anstrengungen nach eigener Versorgung nicht ausreichen oder ausgereicht haben. Andere mögen das anders sehen. Jeder soll mit seiner persönlichen Entscheidung auch im Rentenalter leben können.

Die Beratung durch einen versierten Experten für Ruhestandsplanung ist jedoch dringend empfohlen. Über diese Entscheidungshilfe hinaus gibt es viele wichtige Produktdetails. Nur ein Experte kann diese bei der Auswahl berücksichtigen, um herauszufinden, welche Form der Altersvorsorge für Sie die bessere Wahl wäre.


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7 Antworten zu “Welche Form der Altersvorsorge ist die Richtige – Teil 2”

  1. Hallo Herr Rindermann,

    sehr ausführlicher Beitrag zur Altersvorsorge. Besonders die Matrix zu den verschiedenen Möglichkeiten zur Altersvorsorge finde ich sehr gut. Bin aber in Sachen Immobilien leicht anderer Meinung wie Sie. Ich finde, dass es einen sehr großen Vorteil hat, wenn man im Alter keine Miete mehr zahlen muss. Aber bei Häusern und Wohnungen gibt es in der Regel immer zwei Seiten. Die eine Seite findet Immobilien super toll und die andere eben nicht. Das ist reine Geschmackssache.
    Mich würde noch Ihre Meinung zu Riester Produkten interessieren. Riester steht sehr oft zu recht in dem Ruf überteuert zu sein. Ich denke allerdings, dass es sich unter bestimmten Umständen (Kinder, Familie usw.) sehr wohl lohnen kann.

    Gruß Klaus-Dieter

    • Hallo Klaus-Dieter,

      vielen Dank für Ihren Kommentar.
      Der Vorteil im Alter mietfrei zu wohnen ist nur teilweise gegeben. Wenn auch keine Miete gezahlt werden muss, so dürfen Nebenkosten und Grundbesitzabgaben nicht ignoriert werde. Zusätzlich muss Kapital für Instandsetzungen und – besonders kostenträchtig – Anliegerkosten berücksichtigt werden. Eigenheime weisen historisch und inflationsbereinigt eine Rendite nahe Null auf; wenn wir mal Ausnahmen von Edel-Villen und exklusive Altbauten in gefragten Wohnlagen ausnehmen. Wer dafür ein solch langjähriges Kapitalrisiko eingehen möchte, trifft diese Entscheidung mit dem Bauch und weniger mit dem Kopf 🙂

      Riester-Verträge müssen nach dem Vertagsmantel unterschieden werden. Es gibt auch hier „gute“ und „schlechte“ (für den Verbraucher) Produkte. Auch in Riester-Renten (echte Rentenverträge im Gegensatz zu Riester-Fondssparplänen) müssen Kosten relativiert werden. Es gibt dort sowohl „günstige“ als auch „teure“ Produkte. Die Expertise eines Versicherungsmaklers wird eben auch dadurch begründet, dass er diese Unterscheidung zum Wohle seiner Klienten treffen kann.Der „richtige“ Riester-Vertrag wird um so lohnender, je mehr Zulagen es gibt und je geringer der Eigenbeitrag ist. Aber auch Top-Verdiener profitieren von der Riester-Rente – selbst ohne Kinderzulagen – durch die hohe steuerliche Förderung. Ich selbst führe für jeden einzelnen Kunden eine Rentabiliätsberechnung durch, bevor wir uns für oder gegen Riester entscheiden. Die Produktsuche kommt immer erst danach.

      Mit besten Grüßen
      Frank Rindermann

      • Hallo Frank,

        vielen Dank für die ausführliche Antwort. Ist schon klar, dass es bei Immobilien auch Nebenkosten gibt. Es gibt aber wie schon gesagt zwei Lager, pro und Contra Immobilien. Aber am Ende ist dann wohl eine Bauch Entscheidung:)
        Ich lese in den verschiedensten Finanzblogs immer wieder das sich Riester nicht lohnt. Ich denke aber, dass es sich sehr wohl lohnen kann (wie du auch geschrieben hast). Ich bin der festen Überzeugung, dass eine private Altersvorsorge nach Möglichkeit auf mehreren Beinen aufgebaut sein sollte. Und da gehört Riester für mich neben Aktien auch dazu. Es sollte aber wie bei anderen Finanzprodukten auch, genügend Informationen gesammelt werden bevor eine Entscheidung getroffen wird.

        Gruß Klaus-Dieter

        • Hallo Klaus-Dieter,

          ich freue mich, dass wir eine ähnliche Einstellung haben.
          Immerhin ist uns beiden gemeinsam, dass wir Verbraucher gern mit mit Fakten und korrekten Informationen aufklären wollen.
          Falsche Informationen und Investmentpornografie gibt es leider täglich in den Medien zu finden.

          Lassen Sie uns beide weiterhin dagegen angehen. Steter Tropfen höhlt den Stein ! 🙂

          Beste Grüße
          Frank Rindermann

  2. Sehr geehrte Damen und Herren,

    mit Ihrer zweiteiligen Beitragsreihe haben Sie sich sehr viel Mühe gegeben, eine übersichtliche Darstellung der Optionen zur Alterssicherung darzustellen.
    Vielen Dank hierfür!

    Ich möchte mir dennoch einige ergänzende Anmerkungen erlauben:

    1. Die von Ihnen angenommenen Renditeerwartungen in der Matrix halte ich teilweise für zumindest diskutabel. Insbesondere die Annahme einer Rendite von ca. 2% für Immobilien halte ich – zumindest in nicht überhitzten Immobilienmärkten – für nicht sachgerecht. In der Regel sollte sich mit einer Immobilie eine jährliche Renditeerwartung auf Basis der Kaltmiete in Höhe von 5,0%+x ermöglichen lassen. Im Falle einer vermieteten Immobilie lässt sich dann ein großer Teil des monatlichen Hausgelds auf den Mieter umlegen, sodass lediglich die IHR-Pauschale zu zahlen ist, was in der Regel überschaubar ist, solange man kein völlig heruntergewirtschaftetes Objekt ohne IHR kauft. Wenn ich dann noch den steuerlichen Effekt dazu nehme, bin ich normalerweise bei Renditen, die an die 6% gehen.
    Ähnlich verhält es sich bei der klassischen RV, die sicherlich infolge der aktuellen Niedrigzinsphase gelitten hat: Auch sie sollte langfristige zumindest etwas mehr als die von Ihnen unterstellten 3% bringen. Sicherlich nicht viel mehr, aber ein bisschen. Denn auch seitens der Versicherer ist in der letzten Zeit wahrnehmbar geworden, dass der Deckungsstock tranformiert werden soll. Selbstverständlich nicht in ein reines Aktiendepot. 😉 Aber doch immerhin zu einer etwas stärkeren Aktienquote. Was, ich denke, da sind wir uns alle einig, in Deutschland wirklich mal gut tun würde. 🙂

    2. Zum Thema Alterssicherung mit Gold gibt es eigentlich nicht mehr viel zu sagen, da Sie, wie ich finde, alle wesentlichen Argumente überzeugend ausgewertet haben.
    Lediglich die Möglichkeit der Anlage in Gold-ETFs mit physischer Hinterlegung des Goldes, fehlte mir in Ihrer Darstellung. Denn bei dieser Anlagemöglichkeit verringern sich die Kosten der Lagerung beträchtlich, ohne dass gleichzeitig auf den Sicherungsaspekt durch physische Hinterlegung verzichtet werden müsste.

    3. Zu den fondsgebundenen Policen möchte ich noch anfügen, dass zwar kein Ausgabeaufschlag für die Anlage fällig wird, dafür aber in der Regel die Verwaltungsvergütung der zu Grunde liegenden Fonds (teilweise deutlich) höher ausfällt! So findet die Investition innerhalb der Fondspolicen in der Regel nicht in den Standardfonds statt (z.B. DWS Deutschland), sondern in der Regel in einen gleichlautenden Fonds mit abweichender WKN, der zwar kein AA hat, dafür aber eben die höhere VWVG. Gleiches gilt natürlich für den Tausch innerhalb der Police.

    Falls ich in irgendeiner Annahme grundlegend fehl gegangen bin, freue ich mich über eine knappe Korrektur. Niemand lernt schließlich aus. 🙂

    Mit den besten Grüßen aus Stuttgart

    Oliver

    • Hallo Herr Jordanov,

      vielen Dank für Ihren Kommentar. Gern möchte ich in aller Kürze auf Ihre Anmerkungen wie folgt eingehen. Bitte vergessen Sie grundsätlich nicht, dass wir uns in einem Beratungs- und Produktsegment befinden, das von unseren Kunden, die in der Regel Verbraucher ohne finanz- und versicherungsrelevanter Ausbildung sind, schwer verständlich und verwirrend ist. Finanzblog bemüht sich stets, komplizierte Themen so einfach wie möglich zu erläutern und – wenn immer möglich und sinnvoll – eine Durchschnittsbetrachtung zu ermöglichen.

      Zu Ihren Anmerkungen:

      „1. Die von Ihnen angenommenen Renditeerwartungen in der Matrix halte ich teilweise für zumindest diskutabel. Insbesondere die Annahme einer Rendite von ca. 2% für Immobilien halte ich – zumindest in nicht überhitzten Immobilienmärkten – für nicht sachgerecht. …“

      Ich gehe hier von einer durchschnittlichen Immobilie als Eigentumswohnung (ETW) aus. Für Kapitalanleger ist die ETW die geläufigste Form der Immobilienanlage. Eine langfristige Betrachtung von Mietentwicklung, Kapitaleinsatz, Zinshöhe, Steuerentwicklung, Unterhaltungs- und Erhaltungskosten weisen die erwähnte durchschnittliche Rendite solcher ETW von 2% auf. Dieses bestätigen auch Fachpublikationen, die sich auf durchschnittliche ETW als Kapitalanlage berufen. Höhere Renditen – wie von Ihnen genannt 5 – 6 % – sind durchaus erzielbar; z.B. mit echten Renditeobjekten in Form der „Zinshäuser“. Hier handelt es sich jedoch nicht im die von mir berücksichtigten klassischen ETW. Zinshäuser (oder auch gewerbl. Immobilien) erfordern ein großes Maß an Kapitalsicherheit, Eigenkapital und Know-How. Weil hier das Finanzierungsvolumen schnell 7-stellig ist, gehört diese Variante nicht in meine Übersicht von überwiegend angebotenen Produkten.

      „2. Zum Thema Alterssicherung mit Gold gibt es eigentlich nicht mehr viel zu sagen, da Sie, wie ich finde, alle wesentlichen Argumente überzeugend ausgewertet haben. Lediglich die Möglichkeit der Anlage in Gold-ETFs mit physischer Hinterlegung des Goldes, fehlte mir in Ihrer Darstellung. …“

      Ich stimme Ihnen zu. Gold-ETFs gehören – wie alle ETFs – jedoch meiner Meinung nach nicht in ein Depot für Verbraucher. Bei ETFs handelt es sich schließlich um Direktinvestments (wie Aktin an der Börse), welche ein großes Know-How und regelmäßiger Beobachtung erfordern. Mit ETFs sind die Anleger darüberhinaus stets dem kompletten Marktrisiko ungefiltern ausgesetzt.“

      „3. Zu den fondsgebundenen Policen möchte ich noch anfügen, dass zwar kein Ausgabeaufschlag für die Anlage fällig wird, dafür aber in der Regel die Verwaltungsvergütung der zu Grunde liegenden Fonds (teilweise deutlich) höher ausfällt! So findet die Investition innerhalb der Fondspolicen in der Regel nicht in den Standardfonds statt (z.B. DWS Deutschland), sondern in der Regel in einen gleichlautenden Fonds mit abweichender WKN, der zwar kein AA hat, dafür aber eben die höhere VWVG. …“

      Hier möchte ich Ihrer Aussage nach „in der Regel“ widersprechen. Es gibt in der Tat Fondspolicen mit den von Ihnen erwähnten „Schattenfonds“, welche nur äußerlich den offenen Publikumsfonds ähneln aber eine andere Kostenstruktur haben. Als Versicherungsmakler empfehlen wir solche Policen eher nicht. Es gibt genügend Alternativen, mit mehr Transparenz und geringeren Kosten. Die überwiegende Mehrheit der in Deutschland angebotenen Produktanbieter arbeitet jedoch mit klassichen Publikumsfonds in Ihren Fondspolicen oder bedienen sich – wenigstens teilweise – hauseigener selbst aufgelegter Fonds, die ausschließlich für die Policen konzipiert wurden.

      Ich danke für den konstruktiven Austausch und wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg.

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