Zyklische Anleger verschenken Rendite

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Zyklische Anleger – Antizyklische Anleger

In diesem Beitrag möchten wir den Begriff der „zyklischen“ Anlage für Laien verständlich erläutern und die damit verbundenen Risiken bei prozyklischem Investment beim durchschnittlichen Privatanleger. Teilbereiche wie professionelles Anlagemanagement oder Tradingstrategien in denen prozyklisches Handeln eine Berechtigung findet, vernachlässigen wir absichtlich.

Zyklisches Handeln

Zyklisch (korrekt: prozyklisch) handelt ein Anleger, welcher dem allgemeinen Trend folgt. Steigt ein Wertpapier, in welches der Anleger zu investieren plant, kaufen zyklische Anleger, weil die Kurse in der Vergangenheit bereits gestiegen sind. Sie „springen auf den fahrenden Zug“ in der Hoffnung, dass er nach dem Kauf in die gleiche Richtung weiter fährt. Zyklische Anleger handeln demnach, weil andere ebenso handeln. Gleiches gilt für den Verkauf des Wertpapiers bei andauernden Kursverlusten.

Antizyklisches Handeln

 Antizyklisch agieren Investoren, wenn zyklische Anleger bereits gehandelt haben. Sie investieren in das Wertpapier, wenn die Kurse aufgrund des fortdauernden Verkaufs durch zyklische Anleger deutlich gesunken sind. Eine Aktie von fundamental guter Qualität ist dadurch überdurchschnittlich günstig bewertet und ein Kauf lässt somit eine höhere Rendite als bei einem (vormals) durchschnittlichen Preis erwarten. Der antizyklische Anleger verkauft das gleiche Wertpapier wieder, wenn die Kurse überdurchschnittlich gestiegen sind, während zyklische Anleger dann noch einsteigen.

zyklische AnlegerZyklisches Verhalten an der Börse – Ein teurer Fehler

Überwiegend sind deutsche Privatanleger typische zyklische Anleger. Sie kaufen z.B. Aktien, wenn alle kaufen und die Kurse bereits eine Weile gestiegen sind. Der deutliche Aufwärtstrend ist deutlich erkennbar und verleitet dazu, „auf den fahrenden Zug aufzuspringen“. Damit kauft er meist zu spät und somit zu teuer. Die gleichen Aktien werden dann, wenn die Kurse fallen, meist viel zu spät wieder verkauft. Dieses Anlageverhalten nennt man zyklisches Verhalten. Die Gründe für dieses Fehlverhalten bei Kapitalanlagen basieren auf zwei wesentliche Faktoren.

Zyklische Anleger – Gründe für das Fehlverhalten

Eine Ursache dieses verbreiteten Fehlers bei Investitionen in Börsenpapiere ist menschlich und leicht zu begründen. Deutsche Anleger sind in der Regel wenig bewandert in Sachen Geld und Kapital. Deutsche Schüler erfahren keinerlei Bildung zu diesen Themen. Auch Erwachsene finden kaum Zugang zur Aneignung einer Allgemeinbildung zum Thema Geld, Kapital und Wirtschaft. Gleichwohl betrifft das Thema jeden einzelnen und ist immer gegenwärtig. So bleiben Kapitalanlagen jeder Art ein „Mysterium“ und „gefährlich“. Beide Bezeichnungen werden oft für Unbekanntes verwendet, von denen eine magische Anziehung ausgeht, bei der man sich jedoch auch schnell die Finger verbrennen kann.

Fehlende Allgemeinbildung in Sachen Geld und Wirtschaft

Wer aber nimmt nicht jeden Tag Geld in die Hand ? Wer muss nicht fast täglich entscheiden, ob ein Kauf günstig oder teuer ist ? Wer stellt sich nicht regelmäßig die Frage, wie Ersparnisse am besten zur Seite gelegt werden könnten ? Wer möchte nicht wissen, wie und wo er für seine Ersparnisse wirklich die beste Verzinsung erhält ? Die Krux dabei ist jedoch, dass die Beschäftigung mit der Materie allgemein als schwierig gilt. Und darum verwerfen die meisten schnell jeden Gedanken daran. Das könnte sich leicht ändern, wenn bereits Kinder in der Schule an das Thema herangeführt werden würden. Für Grundkenntnisse in Sachen Geld, Kapital und Wirtschaftkreislauf benötigt niemand ein mehrjähriges Hochschulstudium. Solche Grundkenntnisse würden den Menschen helfen und dem Thema das Mystische nehmen. Teure Fehler im Umgang mit Geld, Ersparnissen und Kapitalanlagen könnten in großem Maßstab reduziert werden.

Börsenweisheiten führen zyklische Anleger in die Irre

Eine weitere Begründung, warum zyklische Anleger zur Unzeit kaufen und verkaufen, könnte an „Börsenweisheiten“ liegen, wie „sell in May and go away“. Oder „the trend is your friend“. Beide Börsen-Bonmots wurden in Studien belegt und in anderen widerlegt. Im Grunde geht es um die Theorie, einen optimalen Zeitpunkt für den Kauf oder Verkauf von Wertpapieren zu finden. Dieser Versuch eines perfekten „Timing“ ist so alt wie die Börse selbst und kann nur höchst selten gelingen. Für den durchschnittlichen Privatanleger bleibt es ein Glückspiel ohne Sinn.

Rendite statt Timing

Bei einer Investition in Wertpapiere geht es um die Erkenntnis, dass diese Anlage über einen längeren Zeitraum eine deutlich höhere Rendite erzielt, als andere Anlageformen. Ein Timingversuch ist daher überflüssig und sollte nicht Ziel eines Investments sein. Selbstverständlich gibt es immer Zeiten und Gelegenheiten, zu denen ein Einstieg oder ein Nachkauf sinnvoll und lohnenswert erscheint. Der Zeitpunkt sollte jedoch stets eine untergeordnete Rolle bei der grundlegenden Entscheidung für oder gegen eine Anlage in Wertpapiere spielen.

Antizyklisches Verhalten erhöht Rendite

Profis und erfahrende Privatanleger verhalten sich antizyklisch und damit genau entgegengesetzt zum typisch deutschen Anleger, welcher zyklisch agiert. Ein guter Fondsmanager z.B. nutz niedrige Kurse und kauft gesunde Firmen, wenn sie Privatanleger nicht mehr anfassen wollen. Der Profi erkennt bei fundamental gesunden Unternehmen anhand von mehreren Kennzahlen, dass der günstige Kaufpreis eine Chance darstellt, diese Aktien weit unterhalb eines langfristigen Durchschnittskurses kaufen zu können. Auch der Verkauf erfolgt häufig zu dem Zeitpunkt, zu dem ein überdurchschnittlicher Kursgewinn erzielt werden kann, welcher weit oberhalb des geplanten oder durchschnittlichen Rahmens liegt.

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