Gold als Kapitalanlage ?

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Gold als Kapitalanlage ?

Gold als KapitalanlageDer Goldpreis sinkt seit Monaten. Der Investor-Verlag fragt, ob die Goldverkäufe bald beendet sein könnten. Da auch wir Gold als Kapitalanlage geeigneten Kunden zur Beimischung anraten, beleuchten wir das Thema einmal etwas genauer.

Für viele Menschen ist Gold etwas Schönes, Edles und Wertvolles das man sich um den Hals legt oder an den Finger steckt. Für andere ist es ein Anlageobjekt und für dritte ein Spekulationsobjekt. Nahezu jeder namhafte Anlageexperte empfiehlt Gold als Kapitalanlage zur Beimischung. Der Anteil am Gesamtanlagevermögen sollte dabei zwischen 10 und 20% betragen, heißt es. Doch warum ist Gold eine „Empfehlung“ ?

Gold als Sicherheitsreserve

Gold dient als Reserve für schlechte Zeiten. Bei außergewöhnlichen Finanz- oder Währungskrisen kann Gold als Zahlungsmittel und zum Ausgleich von hohen Inflationsraten genutzt werden.  Die Reserven der Staaten dienen dabei auch dem Ausgleich der US$-Schwankungen, da Gold in US$ gehandelt wird. Der Goldpreis sinkt z.B. bei steigendem US$ und umgekehrt. Einige Staaten haben in der jüngsten Vergangenheit einen Teil Ihrer Goldreserven (2012: ca. 31.500 t) aufgelöst, um die Staatsverschuldungen zu reduzieren. Staaten der aufstrebenden Wirtschaftsnationen (Emerging Markets) haben dagegen in den letzten Jahren ihre Goldreserven deutlich ausgeweitet; z.B. Mexiko, Argentinien, Russland, China und Indien.

Gold als Kapitalanlage

Bekannt ist, dass Gold keine Zinsen erwirtschaftet. Sein Wert bemisst sich allein nach dem Gesetz von Angebot und Nachfrage. Wodurch die Nachfrage letztendlich ausgelöst wird ist sekundär, wenn auch vielschichtig. In den letzten Jahren stieg der Goldpreis aufgrund gestiegener Nachfrage durch Kapitalanleger und Zentralbanken kräftig. Viele Anleger suchten mit den Kauf von Gold als Kapitalanlage einen „sicheren Hafen“ vor den Stürmen der Immobilienkrise in den USA oder der europäischen Finanzkrise durch die galoppierenden Verschuldungen europäischer Mitgliedsstaaten wie Griechenland, Portugal, Spanien, Irland oder Italien.

Gold als KapitalanlageGoldpreis – 01-2002 bis 09-2013

Auch die Schmuckindustrie trägt durch die Nachfrage zur Goldpreisentwicklung bei. Immerhin gelangen circa 60% der jährlichen Fördermengen (2012: ca. 2.700 t) in die Fertigung von Schmuck und Kunstgegenständen. Die übrige Industrie (vor allem Elektroindustrie) hat dabei nur einen höchst geringen Anteil von etwas über 10%.

Aktuelle Situation am Goldmarkt

Der World Gold Council (WGC) meldete für das zweite Quartal 2013, dass die Goldnachfrage deutlich gefallen sei. Institutionelle Anleger hätten große Mengen an Goldanlageprodukten verkauft und Zentralbanken ihre regelmäßigen Aufstockungen ihrer Reserven reduziert. Nur wenige Länder – wie z.B. China und Indien – hätten nochmalig die Zukäufe von Gold gesteigert. Allein die Nachfrage nach Gold als Kapitalanlage – z.B. Barren und Münzen – und Goldschmuck sei auf einen Rekordwert von fast 1.100 t gestiegen und hat ein weiteres Abrutschen des Goldpreises verhindert.

Wie im Goldchart oben zu erkennen, ist der Goldpreis seit Ende 2011 rückläufig. Der Kursverfall begann zeitgleich mit der Erkenntnis, dass die große Finanzkrise scheinbar durch internationale Kooperation eingedämmt werden kann. Damit scheint Gold als Kapitalanlage für viele Anleger als „Notinvestition“ nicht mehr erforderlich zu sein. Der Kurs nähert sich der langfristigen Aufwärtstrendlinie bei etwa $ 1.200 je Feinunze. Allein aus charttechnischer Sicht wird sich hier die Richtung des Goldpreises entscheiden. Sollten sich die weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen weiter  – wie in den letzten 2 Jahren –  positiv entwickeln, könnte der Goldpreis drastisch einbrechen, wenn die Trendlinie nicht gehalten wird.

Gold jetzt kaufen ?

Es ist nach wie vor ratsam, einen kleinen Teil seines Vermögens in Gold als Kapitalanlage zu investieren. Durch die Verfügbarkeit von kleinsten Goldbarren-Einheiten (1g bis 100 g) kann selbst ein Kleinanleger bequem und einfach Goldbarren kaufen und als Notreserve hinterlegen.

Solange der Goldpreis durch Angstszenarien nach oben getrieben wurde, haben wir Anlegern abgeraten auf den Gold-Zug aufzuspringen. Panik war noch nie ein guter Ratgeber. Jetzt ist die Situation eine andere.

Wer bisher noch keine Investition in Gold getätigt hat, sollte abwarten, ob der Goldpreis die Marke von $ 1.200 hält und kaufen, wenn dort der Trend nach oben dreht. Sollte der Goldkurs deutlich unter die Marke von $ 1.200 fallen, ist es ratsam, das angedachte Kapital in Teilbeträgen zu investieren; also immer nachkaufen, wenn der Kurs weiter deutlich gefallen ist oder wenn der Trend nachhaltig dreht.

Kleinanlegern raten wir zu einem Anteil von 5 bis 10% am Gesamtanlagekapital in Gold als Kapitalanlage. Anleger mit einem Anlagekapital ab € 100.000 können den Anteil auf ca. 15 % ausweiten. Eine Entscheidung über den Anteil am Gesamtanlagekapital sollte dabei aber auch immer nach der persönlichen Einschätzung der weltweiten Risikoszenarien getroffen werden.

Foto: banking-21689+PublicDomainPictures / pixabay.com

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