Verkauf von Lebensversicherungen

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Finanzblog – Produktbewertung

Verkauf von LebensversicherungenVerkauf von Lebensversicherungen

Der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) meldet für 2011 einen Bestand an Lebensversicherungen (inkl. Rentenversicherungen, fondsgebundene Policen, BU-Verträge, Pflegerenten, Risikolebensversicherungen u.ä.) von ca. 90 Millionen Verträgen. Gleichzeitig kündigten Kunden im gleichen Jahr ca. 2,3 Mill. Verträge vor dem Vertragsablauf. Durch immer weiter sinkende Renditen klassischer Vorsorgeverträge könnte die Anzahl der vorzeitig gekündigten Verträge weiter steigen.

Alternative zur Kündigung oder ein schlechtes Geschäft ?

Die Kündigung von Lebensversicherungen ist oft ein schlechtes Geschäft. Der Rückkaufswert der eingezahlten Beiträge ist durch Kosten für den Versicherungsschutz, für den Vertrieb und die Verwaltung gemindert. Zusätzlich kann der Rückkaufswert noch durch eine Gebühr für die vorzeitige Kündigung (Stornoabschlag) reduziert werden. Daher wird bei vorzeitiger Kündigung innerhalb der ersten Jahre nur ein Teil des investierten Geldes ausgezahlt. Selbst bei Verträgen die bereits 10 Jahre und länger laufen, kann es geschehen, dass die Gutschriften aus der Überschussbeteiligung die o.g. Kosten noch nicht ausgeglichen haben.

Auflösungen von Lebensversicherungen können sinnvoll sein

Nur wenn der Rückkaufswert in eine höher rentierliche Anlage – verglichen mit der Rendite der gekündigten Police – reinvestiert wird, kann dieser Verlust wettgemacht werden. Oftmals ist eine solche Reinvestition aber nicht möglich, weil das Kapital der gekündigten Police dringend benötigt wird. Häufig wird das Geld für die Finanzierung von Wünschen der Versicherungsnehmer benötigt (z.B. Eigenheim, ein neues Auto u.ä.) oder zur Tilgung von Darlehensverpflichtungen.

Verkauf von Lebensversicherungen besser als Kündigung ?

In Deutschland noch immer relativ unbekannt ist die Möglichkeit, die Police zu verkaufen, anstatt zu kündigen. Seit 1999 gibt es Gesellschaften, die Policen von Lebens- und Rentenversicherungen von Versicherungsnehmern ankaufen. Beim Kauf der Policen werden diese vom Ankäufer weiter geführt und nicht gekündigt. Somit erhalten die Policen weiterhin eine Überschussbeteiligung, einen Schlussüberschussanteil und es fallen keine Stornogebühren an. Dadurch ist es den Ankäufern möglich, eine höhere Summe für die Police an den Verkäufer zu zahlen, als den aktuellen Rückkaufswert der Versicherung im Falle einer Kündigung. Bei einem Verkauf von Lebensversicherungen kann so bis zu 15% mehr Kapital aus der Police erzielt werden. Sogar ein Todesfallschutz bleibt meist bestehen.

Schwarze Schafe schaden der Branche

Leider versuchen auch zwielichtige Firmen in diesem wachsenden Markt mitzuspielen. Deren Kaufverträge verbergen nachteilige Bedingungen für den Verkäufer. Wer nicht aufpasst, könnte nur einen kleinen Teil des erwarteten Kapitals erhalten oder gar nichts. In den letzten Jahren  untersagte die BAFIN (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) Firmen wie der 4Future-Capital GmbH , einer Pecunia-Concept AG oder der Garantie-Wert GmbH das Geschäft mit dem Policenankauf, da diese keine Erlaubnis für die zugrunde liegenden Bankgeschäfte hatten. In den Kaufangeboten  versprachen die Firmen  den Verkäufern Renditen bis zu 100%, wenn diese den Kaufpreis in monatlichen Raten über einen Zeitraum von bis zu 32 Jahren wählten oder nach einer Wartezeit von 10 bis 14 Jahren in einer Summe. Nicht überraschend ist da die Nachricht, dass die Garantie-Wert GmbH im letzten Jahr in die Insolvenz ging. Die Pecunia-Concept AG wurde mit Eröffnung des Insolvenzverfahres  Ende 2011 aufgelöst.

Seriöse Unternehmen mit fairen Ankaufsbedingungen

Seriöse Firmen mit ordentlicher Zulassung und Erlaubnis mit fairen Vertragsbedingungen haben es schwer durch solche schwarzen Schafe. Marktführer der seriösen Unternehmen in Deutschland sind z.B. die Policen Direktoder die Cash Life. Eine Besonderheit ist bei Policen Direkt zu finden, welche auch fondsgebundene Policen ankauft. Beide Gesellschaften bieten den Verkauf von Lebensversicherungen zu fairen und transparenten Bedingungen an. Klare Voraussetzungen für den Ankauf – wie die Höhe des Mindestrückkaufswertes, Policenart usw. – sorgen für einen schnellen Überblick, ob ein Verkauf an diese Firmen überhaupt möglich ist. So muss z.B. der Rückkaufswert einer Police mindestens bei  € 10.000 liegen, um den Aufwand durch zu viele Kleinverträge zu vermeiden und um Kapitalsummen zu handeln, die für beide Seiten sinnvoll sind.

Auf die Verkaufsbedingungen der Policenkäufer kommt es an

Zu welchen Bedingungen die Police verkauft werden kann, bestimmt den Mehrwert gegenüber der Kündigung der Police. Allein die Aussicht zum Beispiel 10% mehr Kapital durch einen Policenverkauf  zu erhalten, sollte einem Verkäufer der Police nicht davon abhalten, den Kaufvertrag mit dem Policenkäufer genau zu studieren. Welche Bedingungspunkte für den Verkäufer der Police wirklich wichtig sind und wie diese Punkte genau geregelt sein sollten, ist in den Qualitätskriterien des BVZL (Bundesverband Vermögensanlagen im Zweitmarkt Lebensversicherungen e. V.) zu finden. Danach sind unbedingt folgende Punkte zu beachten:

  • Keine Gebühren für die Prüfung eines Ankaufsangebotes
  • Bei Treuhänder nur Notare oder Banken akzeptieren
  • Kapitalauszahlung sofort nach Abwicklung der Vertragsübernahme
  • Kapitalauszahlung direkt an den Verkäufer in einer Summe
  • Todesfallschutz der versicherten Person bleibt erhalten

Finanzblog – Bewertung

Grundsätzlich halten wir es für bedenklich, gute und sinnvolle Altersvorsorgeverträge zu verkaufen oder zu kündigen. Immerhin fehlt im Rentenalter genau dieses Kapital, welches heute der Police entzogen wird.

Wir raten dringend nur Policen aufzulösen, die schlecht konzipiert sind, nicht zu dem Versorgungsziel (z.B. Altersvorsorge) führen oder schlechte Renditen erzielen.

Der Verkauf von Policen mit Rückkaufswerten oberhalb von € 10.000 kann eine höhere Auszahlung bringen, als die Vertragskündigung. Ob die in Aussicht gestellte Mehrauszahlung von 15% zu erzielen ist, muss in einem Angebot geprüft werden. Wir sehen wegen der aktuellen Niedrigzinsphase im Markt kaum Chancen, einen solchen Mehrerlös zu erzielen. Immerhin  erzielen die Käufer der Policen dadurch eine geringere Rendite als noch für 4 oder 5 Jahren.  Aber selbst wenn nur 5% mehr Kapital ausgezahlt wird, so ist das bereits bei einem Rückkaufswert von z.B. € 10.000 ein Mehrerlös von € 500, welcher für die Verwirklichung der Wünsche zur Verfügung steht, die zu dem Verkauf der Police geführt haben.

Positiv bewerten wir die Möglichkeit bei Policen Direkt auch Fondspolicen anbieten zu können.

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Über Frank Rindermann 247 Artikel
Frank Rindermann - Ihr Versicherungsmakler in Karlsruhe - ist seit 1991 in der Finanzdienstleistung tätig. 2001 gründete er "FRF Finanzmakler", um als unabhängiger Versicherungsmakler für seine Kunden tätig zu sein. Heute betreut er Privatpersonen, Selbständige und Gewerbe-Kunden mit ihrem gesamten Vertragsuniversum an Versicherungs- und Finanzprodukten. Seine Spezialbereiche sind die Altersvorsorge, die Absicherung von Erwerbseinkommen, die private Krankenversicherung und die Kapitalbildung mit kundenspezifischen Investmentfonds Depots.

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