Vertreter oder Makler ?

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Versicherungs-Vertreter oder Versicherungs-Makler 

Kennen Sie die Unterschiede ?

Vertreter oder MaklerImmer wieder kommt es vor, dass Sie sich mit dem ungeliebten Thema Versicherungen auseinandersetzen müssen. Meist geht es darum, den Vertragsbestand im Versicherungsordner wieder einmal auf Aktualität und Sinnhaftigkeit zu prüfen oder heraus zu finden, ob nicht doch noch etwas wichtiges fehlt. Ist die Einkommensabsicherung gegen Berufsunfähigkeit und Unfall-Invalidität wirklich ausreichend ? Muss nicht doch noch etwas für die Altersvorsorge getan werden ? Hat sich seit dem letzten Umzug nicht auch etwas in der Hausratversicherung verändert ? Müssen die Kinder nicht schon eigene Verträge haben ? Schließlich sind sie ja nun volljährig …

Schon beim ersten Blick in den Ordner wird Ihnen klar:  „Allein und ohne professionelle Hilfe wird das nie etwas. Woher soll ich denn genau wissen, was für mich richtig ist ? Versicherungsbedingungen verstehe ich sowie so nicht … Ich suche mir jetzt einen Profi !“

Und schon stehen Sie vor dem nächsten Problem:  „Vertreter oder Makler ? Die „Haie“ wollen doch sowieso nur etwas verkaufen und leben dann von der Provision, die ich mit meinen Versicherungen bezahle.  Oder unterscheiden die sich eigentlich irgendwie ?“

Bringen wir doch etwas Licht ins Dunkel und schauen uns die unterschiedlichen Typen von Beratern und Vermittlern mal an:

Versicherungsvertreter

Diese Art der Vermittler, ist in der Branche am häufigsten zu finden. Als Angestellter oder als Handelsvertreter vermittelt er nur für seinen „Arbeitgeber“ Versicherungsverträge. Produkte anderer Gesellschaften darf er nicht vermitteln.

Positiv:

Da es nur eine kleine Anzahl unterschiedlicher Produkte in seinem Unternehmen gibt, kenn er die Produkte meist recht gut. Damit sollte er entsprechende Fragen zu Leistungen und Bedingungswerken jederzeit beantworten können.

Negativ:

Produkte anderer Versicherer, kann er nicht anbieten, selbst wenn er erkennt, dass andere Produkte viel besser zum Bedarf des jeweiligen Kunden passen würden. Er ist auf die Provision seines Arbeitgebers angewiesen, da sie seine einzige Einnahmequelle ist. Oft werden daher nur die positiven Aspekte des Produktes in den Vordergrund gestellt; er muss das Produkt ja an den Mann bringen, um nicht ohne Umsatz nach Hause zu gehen. Da er gemäß § 84 HGB rechtlich auf Seiten des Versicherers steht, ist er nur diesem verpflichtet.

Vorurteile:

Oft wird behauptet, im Schadensfall kann der Vertreter  zu Gunsten seines Kunden „etwas drehen”, damit dieser die Leistung erhält. Angeblich würden seine guten Kontakte zu seinem Unternehmen in die Schadensabteilung zusätzlich helfen. Damit wird dem Kunden vorgegaukelt, dass dadurch ein Schaden viel schneller und besser abgewickelt werden kann. Ganz im Sinne des Kunden. Ganz offensichtlich ist das nur eine Behauptung und entbehrt jeder Realität. Jeder Versicherer reguliert Schäden ausschließlich nach den Versicherungsbedingungen. Daran kann auch ein Schwippschwager in der Schadensabteilung nicht ändern.

Mehrfachagent

Rechtlich ist der Mehrfachagent ein Versicherungsvertreter. Nur ist er nicht ausschließlich für einen Versicherer unterwegs, sondern für zwei, drei oder dreizehn. Den Mehrfachagenten gibt es übrigens nur in Deutschland. In anderen europäischen Ländern kennt man diese Art von Vermittlern nicht. Wie schon der Versicherungsvertreter muss auch der Mehrfachagent alle gestellten Fragen korrekt beantworten. Er muss aber nicht von selbst auf Umstände hinweisen, nach denen der Kunde nicht fragt. Er ist – ebenso wie der Vertreter – allein seinen Gesellschaften verpflichtet und nicht den Kunden.

Versicherungsmakler

Positiv:

Als „Sachwalter“ des Kunden steht der Versicherungsmakler rechtlich stets auf der Seite seines Kunden. Dazu ist er gesetzlich verpflichtet. Ein Makler, der seine Aufgaben erst nimmt, wird sich daher immer für seinen Kunden einsetzen, sogar gegen den jeweiligen Versicherer. Der Makler wählt aus dem breiten Angebot des Marktes die Tarife von Versicherern aus, die genau den passenden Schutz für seine Kunden bieten. Als Makler ist er unabhängig von Versicherern und somit ein keine Gesellschaft rechtlich gebunden.

Nachteile:

Auch ein Makler kann „schlecht“ sein. Die Möglichkeit, aus allen Tarifen des Marktes wählen zu können, nutzt nicht viel, wenn der Makler die Produkte nicht kennt. Hier sind die Qualifikation, die Erfahrung und die Kenntnis des Marktes entscheidende Faktoren. Wachsam sollten Sie sein, wenn der Makler wenig von Ihnen und Ihren persönlichen Angelegenheiten wissen will, wenn er wenig Fachliches von sich gibt und mehr auf die „Kumpel-Tour“ macht. Informationen sind nun einmal immer die Grundlage für Entscheidungen. Wer Informationen für Entscheidungen nicht liefern mag oder kann, kann es nicht „gut“ meinen. Bei einem „guten“ Makler müssen Sie Zeit mitbringen. Professionelle und fundierte Vorbereitungen sowie eine umfassende Beratung zum Thema benötigen Zeit. Die gesetzlich vorgeschriebene Dokumentation des gesamten Beratungsablaufs nimmt ebenfalls viel Zeit in Anspruch.

Vorurteile:

Schon mal gehört ? „Makler verkaufen doch auch nur Produkte, die ihnen die höchste Provision bringen.” Sollte Sie bei Ihrem Makler diesen Verdacht haben, wechseln Sie ihn einfach. Wenn sich dieser Verdacht bestätigen sollte, ist die Basis für eine vertrauensvolle und langfristige Kooperation nicht gegeben. Ein Makler hat Ihnen zu zeigen, wie die Vor- und Nachteile in den Angeboten liegen. Dann können Sie mit dem Makler entscheiden, welches Produkt am besten zu Ihnen passt. Wenn sie dieses so bei Ihrem Makler vorfinden, werden Sie erkennen, dass Provisionen (beim Makler „Courtage“) bei ihm nicht im Vordergrund stehen.

[contentbox headline=“Hinweis“ type=“normal“]Schwarze Schafe gibt es überall. Auch in der Finanz- und Versicherungsbranche. Der schlechte Ruf der Branche wird nur langsam besser. Ein seriöser Vermittler (gleich ob Vertreter oder Makler) wird aktiv dazu beitragen wollen, das Vertrauen in die Vermittlungsbranche weiter zu stärken. Jeder zufriedene Kunde, der überzeugt von der Redlichkeit und Verlässlichkeit seines Beraters ist, trägt dazu bei, das Vertrauen in diesen spannenden und interessanten Beruf zurück zu bringen. Schauen Sie also genau hin, wie Ihr Berater mit Ihnen arbeitet. Hinterfragen Sie und nehmen sich Zeit für eine Entscheidung. Verlassen Sie sich auf Ihr Bauchgefühl und trennen sich von Ihrem Berater, wenn der Magen zwickt und zwackt.[/contentbox]

Dieser Artikel entstand nach einer Idee von Wolfgang Ruch, Versicherungsmakler – www.ruch-finanzberatung.de
Foto: Händeschütteln+489983+Konstantin Gastmann / pixelio.de


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